first image previous images
next images last image
Homepage > Honduras > Busfahrt haz click para la versión en Español


Busfahrt in Honduras

anklicken zum Vergössern

Wir wollen in ein 70 km entferntes Dorf fahren, und stellen uns an einer Haltestelle etwa 5 Fahrminuten vom Busbahnhof weg auf. Offizielle Busabfahrt dort: 08:00 Wir treffen schon um 7:30 ein, denn einmal sei der Bus zu früh gekommen, Wie warten ... und warten. Um 8:30 kommt er endlich, und wir steigen ein. Es ist ein einfacher Bus der alle paar Minuten anhält und Leute ein- und auslädt (Servicio a Escala), eine Fahrt kostet Fr. 3.50. Auf der Rückfahrt nehmen wir dann den Luxusbus mit TV (Servicio de Lujo), der fast nirgends hält. Der kostet überraschenderweise gleichviel, d.h. am Morgen wurden wir übers Ohr gehauen.



Es kommen immer mehr Leute rein. Wie in der Gondelbahn drückt der Bus-Gehilfe die Leute nach hinten, aber nicht mit dem Rücken, sondern von vorne, es erinnert etwas an einen Gockel, der auf ein Huhn steigt.
Die Strasse ist voller Schlaglöcher, darum macht der Chauffeur eine wahre Slalomfahrt, vielfach im Schritttempo. Ich bin froh um jedes Schlagloch, dann kann er wenigstens nicht zu schnell fahren.
Für die Fahrt brauchen wir 2.5 Std, d.h. die Durchschnittsgeschwindigkeit war 28 km/h, was wiederum heisst, ich wäre etwa gleich schnell mit dem Velo gewesen.


Margrith hätte ihre helle Freude am Chauffeur gehabt. Sie hat manchmal etwas Mühe, wenn ich das Steuerrad nicht immer mit beiden Händen halte. Der Chauffeur hält es manchmal mit beiden Händen. Meist ist er am Telefonieren mit seinem Handy. Wenn ein bekannter Bus entgegenkommt, beugt er sich zum Fenster raus und winkt während 30 Sekunden rückwärts. Gegen Schluss der Fahrt macht er noch die Abrechnung mit seinem Gehilfen, wechselt Geld und sortiert es in sein Portemonnaie ein (alles während dem Telefonieren).


Sobald er irgendwo hält strömen Verkäufer herein mit allerlei Ess- und Trinkbarem. Danach duftet der ganze Bus fein nach Tortillas, Frijoles (Bohnen) und gegrilltem Huhn. Die Leute essen während der Fahrt, nachher wird alles zum Fenster rausgeschmissen, Plastikteller, Literflaschen, einfach alles. Auch der Chauffeur, der beim Hinausgehen den Leuten das vorher verkaufte Billet abnimmt, wirft die eingesammelten Billete bündelweise zum Fenster hinaus.
Die Überlandstrassen sind eingesäumt von Petflaschen. Komischerweise in den Dörfern nicht. Einen Strassenwischer habe ich nie gesehen, aber Anwohner, welche vor ihrem Haus den Güsel wegräumen.


Speziell: Video eines Predigers im Businnern:

 rechts Klicken um das Video auf den eigenen PC herunterzuladen (9 MB)
anklicken zum Vergössern Honduras sei eines der ärmsten und gewalttätigsten Länder, 14 Morde pro Tag durchschnittlich (bei gleichvielen Einwohnern wie die Schweiz). Dieses Kreuz am Strassenrand erinnert nicht an einen Verkehrsunfall, sondern an ein Mordopfer.
Unterdessen habe ich gemerkt, dass die Morde für mich keine Gefahr darstellen: in etwa 1/3 aller unseren betreuten Familien wurde entweder der Mann oder ein Sohn ermordet, aber nie wegen Geld, sondern einer infolge eines Fehlers (er ging mit einem Kollegen die Strasse entlang, da erwischte es den Falschen), zwei andere wegen Frauengeschichten, und ein anderer wurde von seiner Freundin umgebracht, nachdem er sie verlassen wollte. D.h. es sind alles Beziehungsdelikte, da aber die Gerichtsbarkeit praktisch nicht funktioniert, muss man sie selber in die Hand nehmen.
anklicken zum Vergössern Traurig ist aber, dass die armen Leute sich gegenseitig bestehlen. Drei Familien klagten, dass ihnen die Hühner gestohlen worden seien, Kein Nachbar hat etwas gesehen oder gehört, wahrscheinlich haben sie Angst vor Vergeltungsaktionen.


Zur Armut: In Mexico, das ich früher als ähnlich arm einschätzte, ist jede Kirche geschmückt und voll Gold à la
Einsiedeln.
In Honduras findet man das kaum. Eine typische Kirche hier ist links abgebildet, sie steht in einem Dorf namens Dulce Nombre (übersetzt: Süsser Name).
Nichts, kein Bild, kein Schmuck. Dabei sind die meisten Honduraner sehr religiös. Die Hälfte katholisch, die andere Hälfte Evengelikale. Die letzteren werden von Radiosendungen aus den USA bearbeitet mit dem Tenor, nicht alle werden errettet, sondern nur diejenigen, die an mich glauben.




NB: Das obige Video ist im Flash Video Format (.flv) abgespeichert. Dank einer hohen Komprimierung und Streaming Technik sollten alle Videos unmittelbar ohne lange Downloadzeit betrachtete werden können, sowohl auf Windows PCs als auch Mac's.

    - das Kamerasymbol dient zur Wiedergabe der Filme durch linken Mausklick.
    - das CD-Symbol dient zum Herunterladen der Filme durch rechten Mausklick, und Wahl von "Speichern".
      Videos im Flash-Format .flv können auf dem PC z.B. nach Installation des Flash Players von Moyea wiedergegeben werden.
    - die Grösse der Filme ist in Klammern angegeben.


© P. Fritz,